In Armaturenbrettern, Türverkleidungen, Mittelkonsolen, Luftausströmern, Fußräumen, Ablagefächern, ja sogar in integrierten Becherhaltern – moderne Fahrzeuge können fast an allen Stellen leuchten.
Fanden sich die ersten Anwendungen von Ambientebeleuchtung im Fahrzeuginnenraum zunächst in der Oberklasse, entwickelte sich ab den frühen 2000er-Jahren die Innenraumbeleuchtung schrittweise von einer rein funktionalen Lichtquelle zu einem integralen Bestandteil des Innenraumdesigns und der HMI-Interaktion.
Die Grundidee der Ambientebeleuchtung liegt darin, den Fahrzeuginnenraum optisch aufzuwerten und eine angenehme, harmonische Lichtstimmung zu erzeugen. Durch sanfte Lichtakzente entsteht ein hochwertigeres Raumgefühl, das den Innenraum moderner, komfortabler und emotionaler wirken lässt. Gleichzeitig kann Ambientebeleuchtung dabei helfen, Konturen und Bedienelemente besser wahrzunehmen, ohne den Fahrer durch grelles Licht zu stören. Besonders bei Nachtfahrten trägt eine gut abgestimmte Innenraumbeleuchtung zu einem entspannteren Fahrerlebnis bei. Studien belegen, dass niedrige Farbtemperaturen eher das Komfortempfinden steigern, hingegen höhere die Wachsamkeit verbessern – beides entscheidende Faktoren für die Verkehrssicherheit.
Tatsächlich können zu helle, falsch platzierte oder stark wechselnde Lichtfarben natürlich insbesondere bei Nachtfahrten ablenkend wirken. Wenn die Beleuchtung nicht dezent abgestimmt ist, kann sie die Konzentration des Fahrers beeinträchtigen.
Insbesondere für Zulieferer ein Problem: Mit der zunehmenden Zahl an Einsatzmöglichkeiten im Fahrzeuginnenraum erhöht sich auch die technische Komplexität. Standardlösungen mit einzelnen LED-Leisten reichen hier bei weitem nicht mehr aus.
Um genau diese Nachteile auszugleichen, verstehen wir bei Preh moderne Ambientebeleuchtung als weit mehr als ein reines Design-Element im Fahrzeuginnenraum. Licht wird zum integralen Bestandteil eines ganzheitlichen Human Machine Interface (HMI) – nicht nur zur Interaktion, sondern zur aktiven Integration in funktionale und sicherheitsrelevante Systeme. Durch gezielt eingesetzte Lichteffekte kann der Fahrer intuitiv und situationsgerecht unterstützt werden. Ambientelicht trägt dazu bei, Müdigkeit vorzubeugen oder den Fahrer dezent zu aktivieren. Gleichzeitig können beispielsweise sicherheitsrelevante Warnhinweise – etwa für Totwinkel-, Spurverlassens- oder Müdigkeitswarnungen – optisch dargestellt werden. Diese visuelle Kommunikation funktioniert auch dann zuverlässig, wenn akustische Signale durch einen lauten Fahrzeuginnenraum, Musik oder Gespräche überlagert werden.
Auf diese Weise wird Licht zu einem zusätzlichen, stets präsenten Informationskanal, der die Wahrnehmung verbessert und Reaktionszeiten verkürzt. Ambientebeleuchtung übernimmt damit eine funktionale Rolle innerhalb sicherheitsorientierter Fahrzeugsysteme und unterstützt eine intuitive, kognitive Entlastung des Fahrers.
Der holistische Ansatz verbindet Design, Funktion und Sicherheit: Licht im Fahrzeuginnenraum ist nicht länger nur ästhetisches Stilmittel, sondern ein zentraler Baustein eines integrierten HMI-Konzepts für die Mobilität von morgen.
Funktionale Vorteile der Ambientebeleuchtung
Im Video „Advanced Ambient Lighting Technology“ wird gezeigt, wie modernes ambientes Licht im Fahrzeuginnenraum sowohl die Atmosphäre als auch die funktionale Sicherheit verbessert. Zu Beginn führt ein Schwenk durch einen futuristischen Innenraum, in dem Displaybereiche, Akzentleisten und geometrisch geformte Flächen mit präzise gesteuerten LEDs illuminiert werden. Während dezente LEDs homogene Lichtflächen erzeugen, kommen für komplex geformte Armaturen Matrix‑LEDs zum Einsatz, die dynamische Lichtverläufe ermöglichen.
Besonders eindrucksvoll ist die Darstellung der funktionalen Ambientebeleuchtung: Rotes Licht erscheint in bestimmten Bereichen, um eine Totwinkelwarnung visuell hervorzuheben. Dadurch wird der direkte Zusammenhang zwischen ambientem Licht und sicherheitsrelevanten Fahrerhinweisen deutlich.
Im nächsten Schritt zeigt das Video die 3D‑Lichttechnologie im Detail. Eine Explosionsdarstellung zerlegt das Modell in seine einzelnen Komponenten und verdeutlicht, wie moderne Flächen‑LED‑Beleuchtung aufgebaut ist. Zu sehen sind:
Zum Abschluss werden die Bauteile wieder zusammengeführt und zeigen das komplette, integrierte 3D‑Beleuchtungssystem, wie es in modernen Fahrzeugen eingesetzt wird.
Neue Dimensionen im Fahrzeuginnenraum eröffnet das Preh Advanced Light Konzept. Hier sorgen Lichtleiter in Kombination mit speziellen Lichtquellen und Steuerelektronik für eindrucksvolle 3D-Tiefeneffekte – ganz ohne Displayeinsatz. Dieser Ansatz bietet neue Möglichkeiten der Markenindividualisierung und Bedienerführung im Interieur, insbesondere vor dem Hintergrund des zunehmenden Differenzierungsbedarfes im Fahrzeuginnenraumdesign.
Das Preh Advanced Light Konzept basiert nicht nur auf Designaspekten, sondern gleichwohl auf technischer Präzision und effizienter Serienintegration.
Ein weiterer Innovationssprung in der Ambientebeleuchtung ist die Umsetzung von Matrix LED-Anordnungen im Fahrzeuginnenraum. Im Gegensatz zu den klassischen, linearen LED-Lösungen ermöglichen Matrix LEDs flächige, segmentierbare Lichtszenarien. Diese regelmäßig angeordneten LED-Strukturen bieten eine flexible und interaktive Gestaltung von Lichtzonen – ideal für eine individuelle Innenraumlichtgestaltung.
Allerdings ist die Integration solcher Matrixsysteme aufwendig. Es werden mehrlagige, stellenweise dreidimensional geformte Leiterplatten benötigt, wenn diese beispielsweise in Türverkleidungen oder unter gewölbten Armaturenbrett-Oberflächen zum Einsatz kommen sollen. Gleichzeitig müssen die LEDs innerhalb der Matrix mittels getaktetem BUS-System einzeln angesteuert werden – bei gleichzeitig komplett homogener Farbwiedergabe über die gesamte Fläche.
Derartige Herausforderungen verlangen eine optimale Abstimmung von Elektronik und Mechanik auf engstem Bauraum. Nur durch ein optimiertes thermisches Management und eine hochintegrierte Steuerungselektronik lassen sich kosteneffiziente, serienreife Lösungen entwickeln. Damit wird die Fähigkeit zur nahtlosen Elektronik-Mechanik-Integration zur Schlüsselkompetenz bei der Entwicklung moderner Lichtsysteme.